Kindersklaverei im 21. Jahrhundert noch immer Realität

Laut internationaler Charta ist Sklaverei eine Situation, in der eine Person, oder seine Arbeit von einer Dritten besessen wird und die Person keine Freiheit hat und ein Leben führen muss, in der sie ausgebeutet, erniedrigt und missbraucht wird. Bei einer solchen Beschreibung denken die meisten Menschen in den entwickelten Ländern an farbige Afrikanern des 19. Jahrhunderts, die es in unserer modernen Welt des 21. Jahrhunderts nicht mehr gibt. Dennoch ist die Sklaverei für viele Millionen Kinder in Afrika, dem Nahen Osten und Asien traurige Realität.

9 Millionen Kinder in der Sklaverei

Schätzungen zufolge leben weltweit 9 Millionen Kinder in Konditionen, die als Sklaverei bezeichnet werden können. Das entspricht in etwa der Bevölkerung von Schweden. Laut International Labour Organization (ILO) wurden im Jahr 2002 5,7 Millionen Kinder zur Arbeit, 1,8 Millionen zur Prostitution gezwungen und 1,2 Millionen verkauft oder gehandelt. An der Gewalt, die diesen Kindern in diesen Konditionen zugefügt wird, sterben laut Schaetzungen der ILO jährlich mehr als 50.000 Kinder, wobei die Tendenz steigend ist. Besonders erschreckend ist dabei, dass besonders die Zahl der Kinder in der Prostitution dramatisch ansteigt, wie eine Thailändische Regierungsstudie aufzeigt. Der Grund dafür ist die weit verbreitete Angst vor Aids und anderen Geschlechtskrankheiten und die naive Annahme, das junge Geschlechtspartner nicht von solchen Krankheiten betroffen sind. So wuchs nicht nur die Zahl der Kinder in der Prostititution sondern gleichzeitig wurde das Einstiegsalter der Betroffenen immer geringer.

Schockierende Beispiele

Die BBC berichtete vor kurzem von einigen schockierenden Beispielen. Die junge Dalyn wurde solange in einem Käfig im Keller eines Kambodschanischen Bordells eingesperrt, geschlagen und missbraucht, bis sie einwilligte für den Besitzer zu arbeiten. In einem weiteren Fall wurde aufgezeigt, wie Eltern in Ghana ihre Kinder für umgerechnet $50 an Plantagenbesitzer verkaufen. Armut, der Mangel an ökonomischen Alternativen und ein Gesellschaftsbild, welches besonders den Mädchen keine Bildung oder Freiheit in der Gestaltung ihres Lebens zugesteht, sind meist die Ursachen.
Trotz internationalen Vereinbarungen von Regierungen, Herstellern und Produzenten gegen Kinderarbeit auf den betroffenen Kakaoplantagen Ghanas und der Elfenbeinküste im Jahre 2001, hat sich die Situation bis heute nicht geändert. Ein historisch niedriger Kakaopreis veranlasst die Plantagenbesitzer vermehrt auf billige Arbeitskräfte zurück zugreifen, wie die BBC im Jahre 2006 nachgewiesen hat.

UN Report ueber Gewalt gegen Kinder

Und so zeichnet auch der UN Report über Gewalt gegen Kinder ein düsteres Bild. Alleine in Nigeria bezeugen Statistiken, das Vergewaltigungen, und die erzwungende Arbeit in den letzten Jahren stark zugenommen hat.
Der Bericht hebt ausserdem besonders die Spätfolgen der Gewalt hervor. So ist für viele Kinder, die sich in Sklaverei ähnlichen Situationen befinden, der Zugang zu Bildung und einem Gesundheitssystem verwehrt. Neben den physischen, drücken sich besonders die psychischen Folgen in Lernschwächen, Alkohol- und Drogenmissbrauch und gesundheitlichen Probleme aus.
Professort Paulo Pinheiro, der Verantwortliche der Studie, nennt den besten Weg, Gewalt an Kindern zu verhindern, denjenigen, indem sie verhindert wird, bevor sie entsteht. Dafür müssen allerdings Staaten in die Pflicht genommen werden, damit die Verantwortlichen bestraft werden, denn, so beschreibt es Louise Arbour, UN Menschenrechts Kommissarin, Gewalt gegen Kinder ist durch nichts in der Welt zu rechtfertigen.

Quellen
All African News (20.03.2007)
BBC News(20.03.2007)
HIS Child Slave Labour News(20.03.2007)
Report of the Independent expert for the United Nations study on violence against children (20.03.2007)
Yale Global Online(20.03.2007)

Rights
© 2007 Geographieblog.de

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9 Gedanken zu „Kindersklaverei im 21. Jahrhundert noch immer Realität

  1. Ich finde die eindrücke ziemlich erstaunend wie man bloß sein eigenes kind verkaufen kann und so..
    echt schockierend!
    Jasmin,schülerin,14

  2. Ich finde soetwas grausam und ungerecht!
    Diese Kinder haben ein Recht auf ein normales Leben.
    Wir nehmen diese Thema gerade in zwei Fächern durch, und ich finde soetwas auch wichtig.
    Oft werden solche sachen ja auch verschwiegen.
    Es ist gut das sich immer mehr Leute für das Recht der Kinder einsetzen.
    Weiter so!
    Lilli, 13; Schülerin

  3. Ich finde die eindrücke ziemlich erstaunend wie man bloß sein eigenes kind verkaufen kann und so..
    echt schockierend!
    Jasmin,schülerin,14

    das andere mädchen hatt meinen text und meinen namen geklaut…

    ich finde dass nicht lustig

  4. Ich finde es gut das endlich mal jemand den mut hat, dieses total schlimme thema aufzugreifen und das man wirklich mal mit dem konfrontiert wird was man sonst nur mit samthandschuhen anfassen will ,wei man damit absolut nichts zutun haben will !!!!!

  5. Das ist total schockierend und ich frage mich, was man dagegen tun kann?!
    Wie können wir hier ruhig leben, wenn andere so leiden müssen?
    Perla

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