Wie reagiert Amerika auf die Klimapolitik Bushs?

Auf dem G8 Gipfel präsentierte sich der Amerikanische Präsident mit seinem Klimaschutzprogramm als großer Klimaschützer. Allerdings wird diese Initiative von europäischen Politikern und Umweltaktivisten stark kritisiert. Amerika, als größter CO2 Produzent, erscheint nicht gewillt große Schritte zu unternehmen, den Klimawandel aufzuhalten. Bei einer genaueren Betrachtung erscheint dies allerdings als einseitig und verzerrt. Auf der Ebene der Bundesstaaten und der Unternehmen hat sich seit 2006 viel getan. Besonders Kalifornien und New York sind im Begriff sich an die Spitze des Klimaschutzes zu stellen. Und dies nicht nur auf US, sondern auch auf internationaler Ebene.

Lehnte die amerikanische Öffentlichkeit und die Industrie in den 1980er und 1990er die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Klimawandel noch als Hirngespinst und Propaganda ab, so hat sich ein gravierender Wandel dieser Ansichten seit dem Jahr 2000 vollzogen.
Waren, vor allem amerikanische Firmen, bis zum Jahr 2002 in der Global Climate Coalition (GCC), einer Interessengruppe, die Werbung gegen die CO2 Senkung machte, organisiert, so bezweifelt heutzutage kaum noch ein amerikanisches Multinationales Unternehmen die Erkenntnisse zum Klimawandel. Seit 1997 sind prominente Firmen wie BP, Ford und General Motors aus der GCC ausgetreten, worauf diese im Jahr 2002 ihre Arbeit entstellte.
Ein letztes Aufbäumen von Gegnern einer CO2 Senkung im letzten Jahr, wurde von der breiten amerikanische Öffentlichkeit nur mit einem Kopfschütteln wahrgenommen. In einem Werbespot, finanziert vom Competitive Enterprise Institute (CEI), wurde mit dem Werbespot, „Carbon Dioxid: they call it pollution, we call it life“, geworben. Die größten Geldgeber der CEI, Coca Cola und ExxonMobil, haben mittlerweile ihre Einstellung geändert und so akzeptiert ExxonMobil mittlerweile den Klimawandel als Fakt und hat sich der CO2 Senkung verschrieben.

Die Wandlung der Öffentlichkeit und der Politik

Einer neuesten Umfrage zufolge, akzeptieren mittlerweile 84% der amerikanischen Öffentlichkeit die Erkenntnisse des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Besonders die katastrophalen Auswirkungen des Hurrikans Kathrina und Al Gores Dokumentarfilm, „Eine unbequeme Wahrheit“, haben den Klimawandel auf die Tagesordnung vieler US Bürger gesetzt.
Obwohl sich die amerikanische Regierung noch immer gegen Regelungen zur CO2 Senkung sperrt, sieht das Bild in den Bundesstaaten anders aus. Kalifornien hat bereits ein Gesetz verabschiedet, welches vorschreibt, dass der CO2 Ausstoß (Referenzjahr 1990) bis zum Jahr 2020 halbiert und bis 2050 um 80% gesenkt wird. Andere Staaten arbeiten bereits an ähnlichen Gesetzen, so wie z.B. die Regierung New Yorks, die massive CO2 Senkungen für die nächste Dekade ankündigte.
Aber nicht nur die Regierungen der Bundesstaaten schwenken auf den Klimaschutz ein, die CitiGroup, als ein Beispiel unter vielen, wird im kommenden Jahrzehnt $40 Mrd. in Projekte investieren, die den Ausstoß von Treibhausgasen verringern. Seit dem letzten Jahr hat sich die Investition in alternative Energien um 266% erhöht, und es wird erwartet, dass diese Summe in den kommenden Jahren massiv anwachsen wird, denn heutzutage liegt diese noch unter der, der Tiermittelnahrungsindustrie. Als einer der größten Investoren im Umweltschutz hat sich General Electric, das weltweit größte Unternehmen im Bereich Elektronik und Anlagentechnik, etabliert. Viele Unternehmen planen bereits diesen Weg ebenfalls einzuschlagen. Getragen wird dieser Weg, vor allem von der geänderten Sichtweise weiter Teile der amerikanischen Öffentlichkeit, und der Abhängigkeit von Öl und Gas aus Krisenregionen, wie dem Nahen Osten und Afrika.

Weltmarktführer in 15 Jahren?

Von außen betrachtet erscheint die USA als uneinsichtiger Klimaschädling, der als größter Energieverbraucher und Produzent von Treibhausgasen, internationale Verträge, wie das Kyoto Protokoll, blockiert oder ignoriert. Allerdings ändert sich dieses Bild, bei einer genaueren Betrachtung. Die amerikanische Öffentlichkeit und Wirtschaft steht am Beginn eines gravierenden Wandels. Viele Unternehmen tätigen bereits Investitionen, oder bereiten diese vor, in der Umweltschutztechnik, sowie in den Bereichen alternative Energien.
Eine Weltmarktführerschaft in diesen Techniken im Jahre 2020, wird von Experten nicht mehr ausgeschlossen. Bis dahin ist allerdings noch ein weiter Weg zu gehen, denn an der Tatsache, dass die USA der größte Klimaschädling und Energieverbraucher ist, wird sich so schnell nichts ändern. Für das Weltklima ist zu hoffen, dass sich die weltweit größte Volkswirtschaft noch rechtzeitig auf den Weg, Richtung Klimaschutz, begeben hat.

Quellen

1. The Economist: Cleaning up: A special Report on business and climate change, Volume 383, Number 8531

2. The Guardian: Revealed: How Oil giant influenced Bush (aufgerufen am 08.06.2007)

3. Die Zeit: Amerika wird grün (aufgerufen am 07.06.2007)

4. ExxonMobil Klimaerklärung (aufgerufen am 08.06.2007)

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