20 Jahre Brundtland Report

Diese Woche jährte sich die Veröffentlichung des Brundtland Reports zum 20.-mal. Kein anderer vorher, prägte den Begriff der „Nachhaltigen Entwicklung“, so stark wie dieser. Die Ideen des Reports inspirierten den UN Gipfel 1992 in Rio de Janeiro und viele darauf folgende. 20 Jahre später wurden nicht alle Ideen des Reports umgesetzt, aber diese und die Fragen, die er stellte, sind immer noch aktuell wie vor 20 Jahren und bedürfen eine dringenden Beantwortung, damit es zu einer fairen Entwicklung kommt, die auch folgenden Generationen die gleichen Chancen bietet, die wir derzeit haben.

Der Brundtland Report und seine Folgen

„Sustainable development is development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs“

Definition: Nachhaltige Entwicklung (Brundtland Report, 1987)

Im Jahr 1983 gründete die UN eine unabhängige Kommission, die eine langfristig nachhaltige Perspektive, für die Entwicklung der Welt bis zum Jahr 2000 und für das 21. Jahrhundert, entwickeln sollte. Vorsitzende dieser Kommission war die Norwegische Ministerpräsidenten Gro Harlem Brundtland, deren Name Synonym für den Report wurde. „Our Common Future“, wie er offiziell hieß, und im Jahr 1987 erschien, prägte wie kein zweiter den Begriff der Nachhaltigen Entwicklung. Der Report forderte, dass die Weltgemeinschaft eine Balance zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Umweltbewahrung finden müsse.
Die Ursachen für Fragen, die der Report stellte, waren die starken Umweltzerstörungen und die Einsicht, dass die Ressourcen der Erde nicht unendlich sind. Der Report forderte allerdings auch ein stärkeres Einbinden der Entwicklungsländer in die Weltwirtschaft und faire Chancen für alle Teilnehmer. In die Forderungen flossen die Bereiche Umweltschutz, Soziale Entwicklung und Wirtschaftliches Wachstum mit ein. Sie standen sich als gleichwertige Elemente gegenüber, die eine Berücksichtigung fanden.

In dieser Forderung, nach einer Nachhaltigen Entwicklung, war der Report nicht der erste, denn auch der Club of Rome, der 1972 die Grenzen des Wachstums beschrieb und der Brandt Report 1980, forderten ähnliches. Aber erst der Brundtland Report führte zu einer Internationalen Vereinbarung, die 1992 in Rio geschlossen wurde. In der Agenda 21, vereinbarten 178 Staaten auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung, Nachhaltigkeit in die Politik zu integrieren, damit zukünftige Generationen in ihrer Entwicklung nicht behindert werden.
In der Folgezeit inspirierte der Brundtland Report viele weitere Konferenzen, wie das Kyoto Protokoll zum Klimaschutz 1997 und den Millennium Gipfel im Jahre 2000 in New York. Die Forderungen nach Nachhaltigkeit, die vom Report 1987 aufgegriffen wurden, flossen direkt in die 8 Millenniumziele mit ein, die bis zum Jahr 2015 erfüllt werden sollen. Im Jahre 2002, zehn Jahre nach Rio, wurden die Fragen auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannisburg, erneut diskutiert und die Agenda 21 erneuert.

Abschließende Bemerkungen

Der Brundtland Report prägte den Begriff der Nachhaltigen Entwicklung und ermöglichte in der Folgezeit, dass die in ihm entwickelten Gedanken von der Weltgemeinschaft diskutiert wurden. Obwohl der Report bereits vor 20 Jahren veröffentlicht wurde, haben seine Themen nicht an Aktualität verloren. Die Fragen, die der Report stellte, bedürfen besonders in der heutigen globalen Wirtschaft einer dringenden Beantwortung, denn sonst wird das zerstört, was so kostbar ist, unsere gemeinsame Zukunft.

Quellen
Gamble, D. und Weil, M., 1997: Sustainable Development: The challenge for community Development, Community Development Journal, Vol.32, Nr. 3, S.210-222

Internet
1. Social Funds: Brundtland Report Celebrates 20th Anniversary Since Coining Sustainable Development (aufgerufen am 14.06.2007)
2. The Star: Gro Harlem Brundtland is back on the case (aufgerufen am 14.06.2007)

Rights
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