Die Rolle der Landwirtschaft in den Wüstenstaaten der U.S.A.

Ende Juli diesen Jahres geht es bei mir auf Große Exkursion in die Wüstenstaaten der USA. Die Exkursion führt uns von Las Vegas, über die Indianerreservate und Nationalparke nach Salt Lake City zum Großen Salzsee. Dabei werden wir Die Bundesstaaten Nevada, Arizona und Utah durchqueren. Ein Großteil der dortigen Landschaften wird mit dem Begriff semiarid beschrieben, welches die regionale Landwirtschaft vor einige Probleme stellt.

Die Landwirtschaft nimmt in den drei Wüstenstaaten nur eine relativ geringe Rolle ein. Einzig Arizona weist einen Anteil am BIP auf, welches dem Durchschnittswert der USA entspricht. Dieser lag im Jahr 2006 bei unter einem Prozentpunkt. Utah (0,6%) und Nevada (0,2%) weisen dagegen wesentlich niedrigere Werte auf. Der Anteil der Landwirtschaft folgt schon seit dem Ende der 1990er einem negativen Trend, mit sinkenden Beschäftigungs- und Produktionszahlen.

Welch geringen Anteil die Landwirtschaft aufweist, zeigt sich im Anteil von Farmland an der Gesamtfläche der drei Staaten. Der Durchschnittswert der USA von 41,4%, wird von allen drei Staaten stark unterboten. Viele Counties weisen Werte von unter 10% auf. Einzig der Norden Nevadas, der Süden Arizonas und der Osten Utahs haben Werte, die mit dem US Durchschnitt vergleichbar sind. Als eine Besonderheit in der Farmstruktur der drei Staaten ist die durchschnittliche Farmgröße zu nennen, die im Durchschnitt 2000 Acres (1 Acres = ca. ein American Football Feld) und mehr beträgt. Damit zählen diese zu den größten in den U.S.A.
Der Schwerpunkt in der Nutzung des Farmlandes liegt in der Weidewirtschaft, welches sich in den wichtigsten agrarischen Erzeugnissen, Rinder und Milchprodukte, widerspiegelt.
Der Anteil von angebauten Sorten ist relativ gering, da die Ackerbaufläche in den drei Staaten weniger als 15% ausmacht. Aufgrund des semiariden Klimas müssen diese Flächen ausgiebig bewässert werden und kein County greift auf eine natürliche Bewässerung zurück.

Agrarökonomische Probleme und Klimawandel

Aufgrund des semiariden Klimas steht die Landwirtschaft vielen agrarökonomischen Problemen gegenüber. Die wohl größte Schwierigkeit sind die flachgründigen Böden, die den Anbau erheblich erschweren. Aufgrund der geringen Mächtigkeit haben diese eine sehr geringe Wasserspeicherkapazität, wenig Nährstoffe und eine geringe biologische Aktivität in Form von Bakterien und Bodenlebewesen. Durch die hohen Temperaturen und die geringen Niederschläge in den Wüstenstaaten kommt es häufig zu Verkrustungen der Bodenoberfläche, was die Bearbeitung dessen erschwert. Durch die Bewässerung und den Düngemittel- und Pestizideinsatz schafft sich die Landwirtschaft eigene Probleme, in Form von Übersalzung und Verunreinigung des Grundwassers.
Aufgrund der verursachten Probleme hat der Staat Utah bereits ein Programm für den Agrarischen Sektor verabschiedet, welches Abfallmanagement und Programme für sauberes Grundwasser umfasst. Nevada und Arizona werden in der nahen Zukunft folgen, da dort ähnliche Maßnahmen erforderlich sind.

Abschließende Worte

Die Landwirtschaft spielt in den Wüstenstaaten der USA eine eher untergeordnete Rolle. Trotzdem sind ca. 10% der Beschäftigten indirekt abhängig von der agrarischen Produktion, die sich hauptsächlich auf die Rinderzucht und Milchprodukte konzentriert. Der Ackeranbau fällt in den drei Staaten sehr gering aus, verursacht allerdings große Probleme, da die Anbaufelder intensiv bewässert werden müssen. Ein neues Bewässerungsmanagement, wie es in Utah derzeit verwendet wird, ist für alle Regionen der drei Staaten vonnöten, damit die Landwirtschaft, die zwar einen geringen Anteil hat, dennoch lebensfähig bleibt und die semiariden Landschaften nicht zu sehr geschädigt werden.

Quellen
BORCHERDT, CH., 1996: Agrargeographie, S.77-81, 140-147, Teubner Studienbücher der Geographie, Stuttgart
SICK, W., 1997: Agrargeographie, S.132-137, Das Geographische Seminar, Westermann, Braunschweig
BROWN, R. und ROSENBERG, N., 1999: Climate Change Impacts on the Potential Productivity of Corn and Winter Wheat in their promary Unites States growing Regions, Climate Change 41: S. 73 – 107
MIGLIETTA, F. und PORTER, J., 1992: The Effects of Climate Change on Development in Wheat: Analysis and Modelling, Journal of Experimental Botany, Vol. 43, No.253, S. 1147 – 1158
RAJAKUMAR und SATHIYA, 2007: Constraints in Dry Land Agriculture, Science Tech Entrepreneur, May 2007

Internet

1. Welt Bank – www.workdbank.org
2. Beaureu of Economic Analysis – www.bea.gov
3. US Department of Agriculture – www.usda.gov
4. US Census – www.census.gov
5. Aging Report 2030 – www.utah.gov

Rights
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