Afrika Offline

Während in den U.S.A., West Europa und in vielen asiatischen Staaten die Verbreitung von Breitbandanschlüssen in den letzten Jahren stark zugenommen hat, verharren viele Länder in Afrika in ihrem offline Status. Einzig in den Staaten in Nordafrika und in Südafrika ist eine höhere Verbreitung vorhanden. Doch besonders in den Staaten südlich der Sahara sind Internetanschlüsse rar gesät. Dies wird sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern, da die nötigen Investitionen in grundsätzliche Infrastrukturen ausbleiben.

Aktuelle Situation

Die Zahlen für Afrika wirken bedrückend, denn nur 4% der afrikanischen Bevölkerung verfügen über einen Internetanschluss. Im Vergleich zu anderen Nationen ist dies eine sehr geringe Zahl, besonders da eine starke Konzentration in Marokko, Ägypten und in Südafrika vorherrscht. So verfügen 1,79% der südafrikanischen Haushalte und 6,79% der marokkanischen über einen Internetanschluss. In Südkorea liegt die Verbreitung bei über 90%, in den U.S.A. bei 53% und in Großbritannien bei 53%. Der Sudan weist als Schlusslicht in Afrika nur einen Wert von 0,05% auf.
Obwohl die Verbreitung von Internetanschlüssen Afrikaweit sehr gering ist, wird mehr als 75% des Verkehrs nicht von afrikanischen Netzen bewältigt. Ein Grossteil dessen muss über Großbritannien oder den U.S.A. fließen. Ohne die Nutzung von Satelliten wäre eine Kommunikation in vielen Ländern nicht möglich. Der Mangel an eigener Infrastruktur verursacht jährliche Kosten, die in die Milliarden Dollar gehen. Der Weg über eine Satellitenverbindung bietet neben den erhöhten Kosten auch noch eine langsame, instabile Verbindung, dank höherer Durchlaufzeiten.

Gründe für geringe Ausbreitung und geringe Investitionen

Der Mangel an leistungsfähiger Infrastruktur lässt sich zum einen mit der hohen Armut in vielen Ländern Afrikas erklären. In Landstrichen, die von hoher Armut, hohen AIDS-Raten und Bürgerkriegen geprägt sind, werden nur geringe staatliche Investitionen in das Kommunikationsnetz getätigt. Die politische Instabilität hält zudem ebenfalls private Investoren davon ab in einem Land tätig zu werden.
Hinzu kommen gescheiterte Projekte, die hoffnungsvoll begannen. So investierte Terracom, eine in Boston ansässige Firma, mehr als $20 Millionen in Ruanda. Terracom verpflichtete sich 300 Schulen mit einem Internetanschluss auszustatten und in die Kommunikationsinfrastruktur des Landes zu investieren. 4 Jahre später ist Ernüchterung eingetreten. Die Regierung des Landes beschuldigt Terracom sich nicht angemessen engagiert zu haben. Terracom selber weist dies zurück und nennt die hohe Bürokratie als eine der Hauptursachen für die Verzögerungen. Ein Firmensprecher nennt zudem, dass es schwer sei, eine Schule mit einem Internetanschluss auszurüsten, wenn das ganze Dorf, in dem sich eine Schule befindet über keine Stromanschlüsse verfügt.

Ausblick

Ende 2006 waren weltweit 1,1 Mrd. Menschen online, die wenigsten von diesen kamen aus Afrika. Während die Wachstumsraten vor allem in Asien relativ hoch sind, stagnieren diese in Afrika. Dies wird sich in den kommenden Jahren auch nicht besonders verändern, denn politische Instabilität, hohe Bürokratie, Armut und Seuchen wie AIDS verhindern großflächige Investitionen in die Kommunikationsnetze. Dennoch besteht Hoffnung für Afrika, denn in den letzten Jahren erfolgte ein Boom in der mobilen Kommunikation. Schätzungen zufolge verfügen im Jahr 2011 mehr als 100 Millionen Menschen in Westafrika über ein Mobiltelefon.

Quellen
1. International Herald Tribune: Africa, Mostly Offline, Struggles to Get on the Internet (abgerufen am 27.08.2007)
2. Reuters: 3G cell service goes live in Mauritania (abgerufen am 27.08.2007)
3. The Guardian: China overtaking US for fast internet access as Africa gets left behind (abgerufen am 27.08.2007)

Rights
© 2007 Geographieblog.de

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