weltwärts – Tourismus oder Entwicklungshilfe?

„Lernen durch tatkräftiges Helfen“, so das Motto des Entwicklungshilfeprogramms „weltwärts“, welches von der Bundesregierung ins Leben gerufen wurde. Im Magazin der Süddeutschen Zeitung (Ausgabe 19 vom 9. Mai 2008), wurde eine erste kritische Bewertung des Programms vorgenommen. In der Bundesrepublik Deutschland wollen immer mehr junge Erwachsenen für ein paar Monate Entwicklungsdienst im Ausland leisten, am liebsten in Entwicklungsländern Schwarzafrikas oder Asiens. Doch wen unterstützen diese jungen Helfer eigentlich? Der Autor schlussfolgert, dass sich die Freiwilligen eigentlich nur selbst einen Gefallen tun und dies seit Einführung des Programms, auf Kosten des Entwicklungshilfeétats der Bundesrepublik.
Die Intention von weltwärts ist es, allen Freiwilligen gleiche Chancen auf Mitarbeit in einer NGO oder einen Austauschpartner zu geben, unabhängig der eigenen Finanzen. Eigentlich ein lobenswerter Ansatz, aber betrachtet man nun die tatsächliche Hilfeleistung der Freiwilligen, kommen Zweifel über den Sinn des Programms auf, denn die wenigsten Freiwilligen sind überhaupt qualifiziert für die Arbeit und meist überfordert mit der Situation vor Ort. Was denn auch sonst? Man kann nicht erwarten, dass man in der kurzen Zeit des Aufenthalts einen Überblick über die Komplexität der Lage bekommt und sich null Komma nix an die neuen sozialen wie wirtschaftlichen Bedingungen anpassen kann. Letztendlich profitieren vor allem die Freiwilligen vom Programm, die zum Großteil ihren Aufenthalt als Abenteuertourismus sehen, der ihnen ferne Länder und Kulturen näher bringt. Bleibt also die Frage übrig, warum das ganze aus dem Entwicklungs- und nicht aus dem Bildungsetat gesponsert wird? (miri)

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