Dem Klimawandel trotzen: Landgewinnung in Bangladesh

Kaum ein anderes Land ist so vom Klimawandel betroffen, wie Bangladesch. In der Größe vergleichbar mit Deutschland und von 150 Millionen Menschen bevölkert ist gut ein Viertel des Landes von steigenden Fluten bedroht. Wasser spielt in Bangladesch eine entscheidende Rolle, sei es nun durch die Ströme Ganges, Meghna und Brahmaputra, die das Land durchströmen und auf ihrem Weg zum Indischen Ozean wertvolle Sedimente transportieren und die Landwirtschaft mit wichtigen Nährstoffen versorgen oder durch das Meer, welches dem Menschen wichtige Nahrung bringt. Dieses System war nie besonders stabil und Bangladesch wurde im vergangenem Jahrhundert von dramatischen Fluten heimgesucht, die vielen Menschen das Leben kosteten.
Doch seit Jahren scheint dieses System des Wassers eine neue Dynamik erhalten zu haben. Bangladesch liegt, ähnlich wie die Niederlande, nur knapp über dem Meeresspiegel und dieser ist im Begriff zu steigen. Der Unterschied ist nur, dass in dem überbevölkerten Land das Chaos der Armut herrscht und weder Regierung noch Wirtschaft ausreichend Strategien und Ressourcen besitzen, um diese Gefahr abzuwenden.
Dennoch ist es umso erstaunlicher, dass neues Land, durch tatkräftige Mithilfe niederländischer Ingenieure, vor der Küste entsteht. Diese beraten und unterstützen Projekte, wie der Spiegel berichtet, die eine Polderlandschaft im Delta der drei Ströme erschaffen sollen. Das neu geschaffene Land in solchen Poldern wäre sehr fruchtbar und würde den Reisbauern dabei helfen, wenigstens den Nahrungsmitteldruck auf das arme Land zu lindern.
Erste Projekte, die neues Land eindeichen und entwässern wurden bereits gestartet. Die Ingenieure nutzen dabei die Sedimente, die durch die drei Ströme aus dem Himalaya transportiert werden, so dass sich das Land quasi von selbst aufbaut. Für viele Küstenbewohner sind diese Projekte, die letzte Möglichkeit in ihrer Heimat zu bleiben, denn wenn das Meer weiter das Land verschlingt, werden Millionen gezwungen sein, den Weg in den Norden und die bereits überfüllten Städte anzutreten. (stefan)

weitere Informationen
1. Katastrophenchronik Bangladesch: Scinexx – das Wissensmagzin
2. Vor der großen Flut: Die Zeit
3. Flood Study in the Meghna – Dhonagoda Polder, Bangladesh
4. Interview mit Umweltschutz-Experte Ainun Nishat: Der Spiegel

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