Kolumne: Reaktionen auf den Klimawandel?

Im Rahmen dieses Blogs habe ich bereits häufiger über den Klimawandel und dessen Auswirkungen, wie schmelzende Gletscher in den Hochgebirgen oder über steigende Meeresspiegel, geschrieben. Dennoch bleibt immer die Frage offen, ob die Weltgemeinschaft Gegenmaßnahmen ergreifen soll?
Heute zeige ich, dass diese Frage eigentlich irrelevant ist, denn im Grunde spielt es keine Rolle, denn alles außer angemessen Reaktionen führt zu Szenarien, die nicht erstrebenswert sind. Nehmen wir ein einfaches Model zur Grundlage (siehe Abbildung 1), einer Matrix mit vier möglichen Konsequenzen. Als Zeilen sind die beiden Möglichkeiten, ob der Klimawandel Fakt ist, oder nicht eingetragen und als Reihen sind Anpassungen auf den Klimawandel eingetragen. Hiermit sind Gegenmaßnahmen, in Form von Einsparungen des Kohlendioxidausstoßes, eine Energiewende, etc. gemeint. Auch hier besteht die Unterscheidung, ob auf die Prozesse des Klimawandels reagiert werden soll, oder nicht. Diese einfache Sichtweise wird verwendet, um die Möglichkeiten, die entstehen, besser darzustellen. Ein weiter abgestuftes Modell wäre für diesen Rahmen einfach zu komplex.


Abbildung 1

Welche Folgen haben nun die einzelnen Konstellationen?

In der ersten Zeile stellt sich heraus (siehe Abbildung 2), dass der Klimawandel keine Realität ist, und das sich das globale Klima nicht verändern wird. Jährliche Schwankungen bestehen zwar, aber das Klima des 21. Jahrhunderts wird sich nicht grundlegend ändern.
Reagiert nun die Weltgesellschaft mit Gegenmaßnahmen, entstehen hohe Kosten, in Form von steuerlichen Auflagen, die im schlimmsten Fall zu einer globalen wirtschaftlichen Depression führen können, in dem viele Branchen, wie z.B. die Automobilindustrie, nicht mehr rentabel betrieben werden können und vom Markt verschwinden. Beschließt die Weltgemeinschaft, keinerlei Gegenmaßnahmen, ändert sich an der heutigen Situation nichts.


Abbildung 2

In der nächsten Zeile ist der Klimawandel wissenschaftlicher Fakt. Der Mensch trägt mit Emissionen dazu bei, dass sich der Gehalt an Treibhausgasen in der Atmosphäre erhöht und es zu hohen Temperaturveränderungen kommt, die regional stark voneinander abweichen. Auch hier hat die Weltgemeinschaft wieder die Möglichkeit, auf diese Prozesse zu reagieren oder so weiterzumachen wie bisher. Der unterschied zu Zeile 1 ist jedoch, dass sich die Auswirkungen drastisch verändern. In der ersten Reihe beschließt die Weltgemeinschaft umfassende Gegenmaßnahmen und es kommt, einfach ausgedrückt, zur Rettung der Erde. In der zweiten Reihe, erfolgen keinerlei Gegenmaßnahmen, oder Anpassungen an die Prozesse und es kommt zu einer Verstärkung von Naturkatastrophen, Dürren, Überflutungen, globalen Flüchtlingsströmen, wirtschaftlichen Krisen und einem starken Anstieg des Meeresspiegels, der Millionen Menschen, vor allem in Entwicklungsländern, aus den Küstenregionen vertreibt.

Was lernen wir aus diesem einfachen Schema?

Die Konsequenz aus diesen Überlegungen ist, dass zwischen zwei „Worst Case Szenarien“ gewählt werden muss.

    1) Der Klimawandel findet nicht statt und es entstehen hohe wirtschaftliche Kosten, die eine globale Depression auslösen, die wahrscheinlich Kriege zur Folge haben werden.
    2) Das Klima der Erde verändert sich und die Weltgemeinschaft ist nicht in der Lage angemessen auf diese Prozesse zu reagieren. Das Ergebnis sind Naturkatastrophen, Soziale- und wirtschaftliche Krisen, die Millionen Menschen beeinflussen und viele Ökosysteme der Erde zerstören.

Wie schnell klar wird, ist das erste Szenario Teil des zweiten, viel schlimmeren Szenarios, denn neben den wirtschaftlichen bestehen in diesem zusätzlich natürliche Auswirkungen, die katastrophale Folgen mit sich ziehen. Bei einer Risikoabschätzung wird schnell klar, dass das zweite Szenario nicht eintreten darf, denn es wird dramatische negative Veränderungen für die Menschheit mit sich bringen. Obwohl das erste Szenario ebenfalls nicht erstrebenswert ist, scheint es doch jenes zu sein, welches von der globalen Gesellschaft ertragen werden kann und notfalls durch kurzfristige Reaktionen abgewendet werden kann. Ebenso ist das Eintreten dieses Szenarios noch nicht geklärt, denn durch hohe Investitionen in Spar- und Schutzmaßnahmen können neue erfolgreiche Branchen entstehen, die alte Industrien ersetzen und neue Wachstumsprozesse auslösen.
Ein jüngeres Beispiel für solch eine Substitution ist das geplante EU Verbot für herkömmliche Glühbirnen. Durch die Förderung von Energiesparlampen entstehen neue Wachstums- und Innovationsprozesse, die neue Beschäftigungsverhältnisse schaffen, wie der Spiegel (Nr.26: 88) berichtet. Solche Effekte lassen sich bestimmt auch in anderen Industrien erreichen.

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5 Gedanken zu „Kolumne: Reaktionen auf den Klimawandel?

  1. Du stellst unkritisch eine Theorie auf, dass eine Veränderung des Klimas (Zitat:) »Naturkatastrophen, Soziale- und wirtschaftliche Krisen, die Millionen Menschen beeinflussen und viele Ökosysteme der Erde zerstören«
    Allein schon, weil dies eine Mutmassung ist, ist deine restliche Betrachtung Makulatur (Fehlschluß). Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Petitio_principii

    So oder so ähnlich ist die ganze Diskussion um den menschgemachten Klimawandel zu bewerten und hat Haus der Wissenschaft nichts verloren.

  2. Ich denke, dass dies keine Mutmaßung ist, denn bereits heute sind die negativen Folgen des Klimawandels zu erkennen. Ich denke da nur an den steigenden Meeresspiegelanstieg, der bereits heute Küstenbewohnern in Entwicklungsländern die Lebensgrundlage entzieht. Die Folge sind Flüchtlingsströme, die starken Bevölkerungsdruck in den Städten ausüben. Laut Klimamodellen des Hadley Instituts ist mit einem Anstieg von ca. 50 cm bis Ende des Jahrhunderts zu rechnen, welches dazu führen wird, dass weite Teile von flachen Küsten verschwinden werden.

    Danke übrigens für den Link, habe soetwas gerade hier in der Bücherei für meine Diplomarbeit gesucht. Zufälle gibts.

  3. Die vielen wichtigen Ergebnisse und Erkenntnisse des neusten IPPC-Reports und die jahrelange Arbeit der beteiligten Wissenschaftler derart unsachlich zu kritisieren hat nichts im Haus der Wissenschaft zu suchen.
    Ich frage dich, Eugen: Was ist Wissenschaft?
    Ich dachte, dass diese Art der Argumentation langsam am aussterben ist. Populismus kritisieren und selbst Populist sein?

    Grüße

    Christian

  4. Ich spar mir große logische Betrachtung des Themas, denn es wäre keine wissenschaftliche Diskussion. Die Theorien des menschgemachten Klimawandels basieren nämlich auf Ideologien wie dem »Viktismus«. Und gegen Ideologien kann auch der klügste nicht mit Vernunft argumentieren, da sie ausserhalb der Logik und somit ausserhalb der Realität stehen – das ist eben das Wesen der Ideologie.
    Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Viktimismus

  5. Ich verstehe nicht, wie du den Klimawandel als Ideologie betrachten kannst? Seit mehr als 10 Jahren deuten alle wissenschaftlichen Erkenntnisse darauf hin, dass sich das Weltklima erwärmt. Sicherlich gibt es Diskussionen in der Stärke und den regionalen Unterschieden, aber die Richtung ist eindeutig: es wird wärmer.

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