Regionalwirtschaftliche Bedeutung des HSV

Welche regionalwirtschaftliche Bedeutung Bundesligavereine haben, verdeutlicht das Beispiel des Hamburger Sportvereins (HSV). Als einer der Topvereine der abgelaufenen Saison (4. Tabellenplatz und Qualifikation für den UEFA Cup) konnte der HSV seine Erträge seit der Saisons 2001/2002 (63 Millionen) zur Saison 2006/2007 (120 Millionen) fast verdoppeln. Die größten Einnahmeblöcke generierten die Hamburger aus dem Spielbetrieb, den TV-Einnahmen und Werbung. Der 15 Millionen „Van Der Vaart“ – Transfer zeigt jedoch, dass diese Einnahmeblöcke saisonal stark variieren können. Laut einer Studie der HSH Nordbank ist der HSV als mittelständisches Unternehmen zu klassifizieren, welcher mit seinen 100 Beschäftigten direkte Einkommenseffekte von ca. 52 Millionen Euro (Saison 2006/2007) für die Regionalwirtschaft generiert. Darüber hinaus haben diese, regionale Multiplikatorwirkung, da das Einkommen der HSV Beschäftigten in den regionalen Konsum fließt. Diese induzierten Effekte schaffen ca. 240 weitere Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse mit Einkommenseffekten von ca. 12 Millionen Euro. Darüber hinaus generiert der Verein zusätzlich angrenzende und indirekte Effekte, da dieser auf lokale Dienstleistungen und Produkte zurückgreift und regelmäßig Infrastrukturinvestitionen (Stadionausbau, Trainingsgelände, etc.) tätigt. Gemeinsam generieren diese 400 Beschäftigungsverhältnisse mit einem Einkommen von 20 Millionen Euro. Die gesamte regionalwirtschaftliche Bedeutung des HSV beläuft sich demnach in der Schaffung von 740 Arbeitsplätzen, die Einkommenseffekte in Höhe von 84 Millionen Euro schaffen. Im Vergleich zu anderen Bundesligavereinen sind diese Effekte relativ hoch. Der SV Werder Bremen generiert 347 und Borussia Mönchengladbach 334 Arbeitsplätze (Stand Saison 2001).
Zu diesen Einkommens- und Beschäftigungseffekten kommen noch eine Vielzahl weiterer hinzu, die sich allerdings nur schwer quantifizieren lassen. Ein international spielender Verein, wie der HSV, stärkt die Bekanntheit der Stadt Hamburg enorm und erhöht gleichzeitig die Attraktivität dieser. Laut WILMS und FISCHER (2001) generierte der SV Werder Bremen in der Saison 1999/2000 eine Medienpräsenz von ca. 93 Millionen DM (ca. 47,5 Millionen Euro), die zum Großteil auch der Stadt Bremen zugute kam. Für den HSV fehlen vergleichbare Werte, sollten allerdings in ähnlicher Größenordnung liegen.

Quellen

VÖPEL, H. und STEINHARDT, M., 2008: Wirtschaftsfaktor Fußball, Studie im Auftrag der HSH Nordbank, Hamburg
WILMS, W. und FISCHER, A., 2001: Bundesliga-Fußball als Standortfaktor: Analyse der regionalwirtschaftlichen Bedeutung des SV Werder Bremen mit einem Stadien Benchmark, Bremen
KICKER Sonderheft (2008): Bundesliga 2008/2009

Advertisements

Ein Gedanke zu „Regionalwirtschaftliche Bedeutung des HSV

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s