Rechtsgrundlagen des Antarktischen Tourismus

Die Antarktis stellt eine Besonderheit dar, weder von einer einheimischen Bevölkerung bewohnt, noch von einer souveränen Regierung verwaltet. Ein internationales Regelwerk, welches 1959 entworfen wurde, und derzeit 46 Unterschriftsstaaten umfasst, dient als Rechtsgrundlage dieser Region. Der Antarktische Vertrag garantiert die wissenschaftliche Nutzung des empfindlichen Ökosystems und verbietet jegliche militärische oder ökonomische Aktivität durch Drittstaaten.
Das Protocol on Environmental Protection of the Antarctic Treaty, welches 1992 in Madrid entworfen und 1998 ratifiziert wurde enthielt erstmals ein Regelwerk, welches sich mit den Richtlinien des Tourismus befasste. Dieses Regelwerk galt als nicht ausreichend und Kritiker forderten Nachbesserungen, die 2007 in Neu Delhi verabschiedet wurden. Aus den Reihen der Reiseveranstalter gab es Lob, für die längst überfälligen strengeren Richtlinien.
Die meisten der Veranstalter unterliegen der IAATO (International Association of Tourist Operators) Selbstregulierung, welche 1991 von sieben Veranstaltern gegründet wurde und aktuell mehr als 80 % aller Veranstalter in sich vereint, die Reisen in die Antarktis anbieten. Diese Regeln waren zu einem Großteil strikter als die Richtlinien des Madrid Protokolls von 1992 und sah Maximalgrößen von Besuchsgruppen, Mindestabstand zu Brutstätten und der Schutz der heimischen Fauna und Flora vor. Die Selbstregulierung der IAATO war in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich und führte dazu, dass der Tourismus in den Ökosystemen nur wenig Spuren hinterließ.

Chinas Handel mit Afrika

In den vergangenen Jahren ist Chinas Handelsvolumen mit Afrika stark angestiegen. Noch zu Beginn der 1990er war der Handel zwischen China und den Ländern Afrika verschwindend gering. Dies änderte sich jedoch in den letzten 15 Jahren und mit Chinas Rohstoffhunger, stieg auch das Handelsvolumen mit Afrika stark an. Aktuell liegt dieses bei über $70 Milliarden. Der Großteil dessen fällt auf den Handel mit Rohstoffen. Um diese anschaulich darzustellen, hat der IMF ein Diagramm veröffentlicht.

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Städte als wichtiger Faktor einer nachhaltigen Entwicklung

Nachhaltige Konzepte stehen seit den 1980ern auf der Tagesordnung der Planungs- und Wirtschaftspolitiker, damit der aktuelle Ressourcenverbrauch zukünftige Generationen nicht in ihrer Entwicklung eingeschränkt. Die Städte bilden in diesem Prozess die Hauptakteure, da sie, wie zuvor in diesem Blog bereits berichtet, seit diesen Jahren mehr als 50% der Weltbevölkerung beherbergen. Die Frage ist nun, welche Vorraussetzung ein urbaner Raum erfüllen muss, damit entscheidende Schritte Richtung Nachhaltigkeit getroffen werden?

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Megastädte IV: Gated Communities

Als vor wenigen Wochen das Stadtviertel Prenzlauer Gärten in Berlin öffnete, war das Phänomen „gated communities“ in sämtlichen Medien vertreten, die ein Auseinanderdriften von armen und reichen Gesellschaftsteilen befürchteten und von Angstarchitektur und Privatisierung des öffentlichen Raumes sprachen.
Bewachten Wohnkomplexen sind ein Phänomen, welche stark in Entwicklungsländern verbreitet ist und nur eine geringe Verbreitung in Mittel- und Nordeuropa aufweisen. Ein solcher Wohnkomplex ist ein, durch Mauern oder Zäune abgetrenntes Areal, welches eine Zugangsbeschränkung unterliegt (GLASZE 2007: 884). Darüber hinaus besteht innerhalb dieser Stadtviertel eine gemeinschaftliche Selbstverwaltung des Gemeinschaftseigentums.
In den USA sind diese Wohnviertel stärker vertreten und ihre Zahl verzwanzigfachte sich in den vergangenen dreißig Jahren auf derzeit 40.000. Die Tendenz ist stark steigend. Eines der berühmtesten Wohnkomplexe ist Celebration in Florida, welche vom Disney Konzern betrieben wird. Diesem Wohnkomplex unterliegen nicht nur Regulierungen bezüglich Gestaltung der Häuser, des öffentlichen Raumes, sondern auch hinsichtlich der Haushaltsstruktur der Bewohner. Familien mit Kindern sind besonders gerne gesehen und werden bei der Vergabe der Häuser bevorzugt. Weiterlesen

Megastädte III: Die Unterschiede zwischen Arm und Reich

Die Entwicklung von Megastädten vollzog sich in vielen Ländern einhergehend mit zwei unterschiedlichen Entwicklungen, die häufig gleichzeitig auftraten und sich gegenseitig bedingten. Einerseits sind diese neuen Agglomerationen Resultat einer steigenden Bevölkerungszahl, und andererseits Folge eines raschen wirtschaftlichen Aufschwungs.
In ökonomisch wachsenden Volkswirtschaften, stellen Megastädte innerhalb kürzester Zeit große Zahlen von Beshäftigungsverhältnissen zur Verfügung, die somit Zielpunkt von Migrationsströmen werden, die aufgrund eines hohen Bevölkerungsdrucks, infolge einer steigenden ländlichen Bevölkerung, entstehen. Die genauen Gründe für das Wachstum von Megastädten sind ineinandergreifende Push- und Pull-Faktoren (ländlicher Bevölkerungsdruck – urbane Beschäftigungsmöglichkeiten). Durch das wirtschaftliche Wachstum und den Bedeutungsgewinn dieser Megastädte entstehen Rückkopplungseffekte, die den Prozess des Wachstum noch verstärken.
Die Verzahnung dieser Faktoren besteht jedoch in vielen Entwicklungsländern nicht. KRAAS merkt an, dass „in weiten Teilen Afrikas und Lateinamerikas die Megaurbanisierung ohne Wirtschaftswachstum stattfindet und sich nur wenige Beschäftigungsmöglichkeiten entwickeln“ (KRAAS 2007: 879).
In diesen armen Megastädten (Dhaka, Lagos, Karachi und Johannesburg) herrscht ein starker informeller Sektor vor, da der formelle öffentliche und private Sektor nicht in der Lage ist, die armen Bevölkerungsteile mit ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten zu versorgen.
Reiche Megastädte (Shanghai, Bangalore, New York, London) jedoch profitieren als globale Produktions- und Steuerungszentren des globalen Marktes und können somit Verarmungsprozesse weiter Teile der Bevölkerung abwenden.

Megastädte II: Megastädte und Klimawandel

Im Jahre 2015 werden mehr als 600 Millionen Menschen in Städten mit mehr als 5 Millionen Einwohnern leben und ein Ende des Wachstums dieser Megastädten ist derzeit nicht abzusehen, da viele dieser in Ländern entstanden, die einen relativ niedrigen Verstädterungsgrad aufweisen.
In Bezug auf den Klimawandel befinden sich Megastädte in einem Dualismus, da diese Städte einerseits einen hohen Einfluss, sowohl auf das regionale, wie das globalen Klima haben und andererseits stärker von den Folgen des Klimawandels betroffen zu sein.
Das Phänomen der Megastädte ist noch ein relativ junges, da erst im 20. Jahrhundert Bevölkerungszahlen erreicht wurden, die Städte mit mehr als 5 Millionen Einwohnern formen konnten. Zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts verfügte einzig New York über eine Einwohnerzahl von mehr als 10 Millionen. Bis 2015 wird es weltweit 60 Städte geben, die mehr über eine Einwohnerzahl von mehr als 5 Millionen Menschen verfügen. Ein Ende dieses Urbanisierungsprozesses ist derzeit nicht absehbar, da vor allem Entwicklungsländer hohe Wachstumsraten der Bevölkerung haben.
Viele Megastädte sind explosionsartig gewachsen, ohne das städtische Verwaltungen diesen Prozess angemessen steuern konnten. Weiterlesen

Megastädte I: Die aktuelle Situation

Megastädte sind ein relativ neues Phänomen der menschlichen Urbanisierung. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts bilden sich diese sowohl in Entwicklungs- als auch in Industrieländern heraus, die Bevölkerung, Infrastruktur, Wirtschaftskraft, Kapital in einem, vorher nie dagewesenem Maße, in sich konzentrieren (KRAAS 2007: 876).
Aufgrund ihrer Größe und wachsenden Bedeutung dienen einige Megastädte als Knotenpunkte der Globalisierung, während vor allem ärmere Megastädte in Entwicklungsländern, wie z.B. Dhaka und Lagos nur in ihrer Größe wachsen und nicht an globaler Bedeutung zunehmen.
Eine eindeutige Definition einer Megastadt ist schwer zu bewerkstelligen, da quantitative und qualitative Merkmale unterschieden werden müssen. Je nach Definition haben Megastädte eine Mindesteinwohnerzahl von 5, 8 oder 10 Millionen (Feldbauer et al. 1997, Fuchs et al. 1994 und Mertins 1992), denen verschiedenste Definitionen noch einen Schwellenwert von mindestens 2000 Einwohner/km2 zurechnen. Aufgrund der unterschiedlichen Definitionen bestehen derzeit weltweit 16, 24 oder 39 Megastädte (KRAAS 2007:876). Laut einer Prognose der UN werden im Jahr 2015 weltweit ca. 600 Millionen Menschen in Megastädten leben, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern. Neben der statistischen Abgrenzung zieht KRAAS (2007) noch qualitative Merkmale hinzu, in dem Expansions-, Suburbanisierungs- und Verdichtungsprozesse mit in die Definition aufgenommen werden (KRAAS 2007:876).
Einige der Megastädte bilden sich zugleich als global cities heraus, die zusätzlich zu ihrer nationalen Bedeutung noch globale Steuerungsfunktionen ausüben. Diese Weltstädte (New York, Tokyo, London, Paris, Moskau) verfügen über globale wirtschaftliche, kulturelle und politische Bedeutung. Aufgrund des hohen Wirtschaftswachstums in den BRIC Ökonomien, ist von einer Verschiebung der internationalen Ordnung der Weltstädte zu rechnen, da Städte wie Peking, Shanghai, Sao Paulo und Mumbai in der Zukunft an Bedeutung gewinnen werden.