Wigeo V: Interview mit Harald Bathelt

Harald Bathelt ist einer der führenden Wirtschaftsgeographen Deutschlands. Gemeinsam mit Johannes Glückler ist er Autor des Lehrbuches „Wirtschaftsgeographie“ und Mitbegründer des relationalen Ansatzes, sowie einer der meistzitierten Wissenschaftler seines Fachs.

Geographieblog: Herr Bathelt, könnten Sie kurz etwas über Ihre Person und Ihren Werdegang sagen?

Harald Bathelt: Zu meiner Person, meinen Forschungsinteressen und meinem Werdegang kann man vieles auf meiner Internetseite nachlesen (http://www.harald-bathelt.com). Hierzu möchte ich ergänzen, dass ich in meiner wissenschaftlichen Laufbahn sehr von der Kombination der von mir studierten Fächer profitiert habe (Geographie, Statistik, Volkswirtschaftslehre und später Regionalwissenschaften). Nach Abschluss meines Studiums an der Universität Gießen war ich mir jedoch nicht darüber im Klaren, in welcher Disziplin ich zukünftig weiterarbeiten sollte. Weiterlesen

Wigeo IV: Relationaler Ansatz nach Bathelt und Glückler

Der Relationale Ansatz nach BATHELT und GLÜCKLER wurde in der deutschen Wirtschaftsgeographie als Gegenposition zum raumwirtschaftlichen Ansatz formuliert (siehe Tabelle 1). Als Grundlage dienen die Theorien von STORPER/WALKER (1989), SCOTT (1998 oder MASKEL/MALMBERG (1999). Im Gegensatz zum raumwirtschaftlichen Ansatz spielen das gesellschaftliche, soziale, sowie kulturelle Umfeld der Akteure eine stärkere Rolle (vgl. HAAS/NEUMAIR 2007: 31). Weiterlesen

Wigeo III: Zweite Transition der Wirtschaftsgeographie

BATHELT und GLÜCKLER (2003) plädieren für eine Transition zu veränderten Grundkonzepten und –perspektiven des Fachs. Nach der methodologischen Revolution, die erste Transition, welche von der Länderkunde zur Raumwirtschaft führte, fordern sie eine zweite Transition, hin zu einer relationalen Wirtschaftsgeographie. Eine Erweiterung des raumwirtschaftlichen Ansatzes lehnen sie ab.
Ausgangspunkt dieser Überlegungen stellt das Konzept der Holy Trinity von STORPER (1997) dar. Des Weiteren stützen BATHELT und GLÜCKLER ihre Arbeit auf Konzeptionen aus dem angelsächsischen Raum (vgl. BATHELT/GLÜCKLER 2003: 31). Weiterlesen

Wigeo II: Wirtschaftsgeographische Strömungen im 20. Jahrhundert

Auf dem Kieler Geographentag, wurde 1969 eine umfassende Kritik der länderkundlichen Ausrichtung in Forschung und Lehre, die bis zu diesem Zeitpunkt vorherrschte, formuliert. Dadurch wurde der Weg zur Quantitative Revolution, mit kritischem Rationalismus und der Verwendung von quantitativen Forschungsmethoden in der Wirtschaftsgeographie, geebnet (vgl. BATHELT/GLÜCKLER 2003: 20). Es entwickelten sich unterschiedliche Ansätze der Wirtschaftsgeographie (funktionaler-, verhaltenstheoretischer- und der Wohlfahrtsansatz), unter denen der raumwirtschaftliche Ansatz in Deutschland und den angelsächsischen Ländern starke Verbreitung fand. Weiterlesen

Wigeo I: Was ist Wirtschaftsgeographie?

Die Frage nach einer genauen Definition der Wirtschaftsgeographie ist nicht einfach, da verschiedene Autoren diese auch unterschiedlich beantworten.
Nach DICKEN und LLOYD et al. (1999: 15f.) beschäftigt sich die Wirtschaftsgeographie mit der räumlichen Organisation von Wirtschaftssystemen. Entscheidende Fragestellungen sind die, nach der räumlichen Anordnung einzelner Elemente dieser Systeme, wie diese miteinander verbunden und die Systemelemente angeordnet sind. Weiterlesen